Bericht über die Beratung der Wendeinitiative am 7. Juli 2010

Trotz Ferienzeit und Halbfinalfußballweltmeisterschaftsspiel der deutschen Mannschaft waren etwa 30 interessierte Teilnehmer gekommen.

Zur Einstimmung zitierte Horst Liebermann aus der bemerkenswerte Rede des zurückgetretenen Bundespräsidenten Horst Köhler auf dem Weltverkehrsforum in Leipzig am 27. Mai 2010. Darin fordert Köhler unter anderem die Wiederentdeckung regionaler Wirtschaftskreisläufe und berichtet in diesem Zusammenhang in positiver Weise über die Transition Towns Initiative. Er regt in diesem Zusammenhang an, alte Seh- und Denkgewohnheiten zu hinterfragen und abzustreifen.

Anschließend berichtete Anett Gerber in ihrem sehr interessanten Vortrag von ihren Aufenthalten in der „Ökokummune“ Piantamonda im Maggiatal (Tessin/Schweiz). Die Bewohner dieses Ökobergdörfchens leben einfach und versorgen sich soweit wie möglich selbst.

Werner Müller erzählte zunächst über seine persönliche Entwicklung, um dann auf sein Projekt „Gib & Nimm“ in Stadtilm einzugehen. In diesem Kostenlosladen braucht man, wenn man dort Gebrauchsgegenstände mitnimmt, nichts zu bezahlen. Das funktioniert schon 5 Jahre, weil es auch viele Gratis-Geber gibt. (http://www.meridian-elgersburg.de)

Bei den Berichten der Arbeitsgruppen berichteten Rainer und Dorothea Gunkel unter anderem über den Besuch eines kleinen Dorfes in Estland während ihrer Urlaubsfahrt. Die gezeigten Fotos der Gärten ließen erkennen, dass dort ein hoher Selbstversorgungsgrad der Bewohner vorhanden ist.

Frau Holland-Cunz stellte die Aktivitäten der Arbeitsgruppe Energie dar: In Zusammenarbeit mit Herrn Rößger wird angestrebt, die Ausstellung „100% erneuerbare Energien“ in Suhl zu zeigen. Bei einem Gespräch mit dem Suhler OB Dr. Triebel gab dieser die Zusage, sich für eine „grüne Linie“ (Ökostromtarif) bei den Stadtwerken Suhl/Zella-Mehlis einzusetzen.

Herr Simon informierte über die Vorstellungen der AG Regiogeld, mit der Landesgartenschau in Schmalkalden 2013 den Start der praktischen Einführung des Regionalgeldes für Südthüringen zu verbinden. Kurzfristig ist auf dem regionalen Kirchentag Anfang September in Suhl ein Informationsstand über regionale Komplementärwährungen geplant.

In der anschließenden Diskussion gab es unter Anderem den Vorschlag, mit dem Ökosozialen Forum Kontakte aufzunehmen und eine Vertreter der Transition Town Bielefeld zu einem späteren Treffen der Wendeinitiative einzuladen. Zum Schluss gab es noch Informationen zu der geplanten Exkursion am 10. Juli (siehe unten) und der Besichtigung der vorgesehenen Streuobstwiese am 21. Juli 2010.

Bericht über die planmäßige Beratung der Wendeinitiative Suhl und Umgebung am 5.5.2010

Es waren etwa 25 Teilnehmer, die sich am 5.5. in der Bürgerhausscheune versammelt hatten

Als Gäste waren Suhler und Meininger Grüne anwesend.

Zunächst zeigte Dr.Gunkel Video-Ausschnitte der Ansprache von Jean Ziegler bei den „Weimarer Reden“.  Es war im Wesentlichen eine Buchbesprechung von Zieglers Buch „Der Hass auf den Westen“, in dem wichtige Zusammenhänge zum Verständnis grundsätzlicher Differenzen zwischen östlichen und (reichen) westlichen Ländern besprochen werden. Ziegler versteht es sehr gut, seinen Zuhörern anhand von erschreckenden Zahlen und Fakten klar zu machen,  wo  die eigentlichen Probleme liegen. Die wirtschaftliche Macht, Arroganz, emotionale Kälte und von Ziegler mehrfach zitierte „Doppelzüngigkeit“ der  westlichen Staaten gegenüber afrikanischen und östlichen Staaten wurden erörtert. Eigentlich waren es niederdrückende Dinge, die Ziegler schilderte. Trotzdem wird er nicht müde, weiterhin seine Stimme als Weltbürger, Freund unterdrückter Völker und Indigenen zu erheben. Er erzählt, daß weltweit überall kleine soziale Initiativen entstehen, die als winzige Hoffnungsinseln etwas gegen die bestehenden Ungerechtigkeiten unternehmen. Und hofft, daß diese Beispiele weltweit Schule machen. Jean Ziegler wird für den Friedensnobelpreis 2011 vorgeschlagen, viele von uns haben das ja mit befürwortet.

Als nächstes gab Frank Rothämel ein kurzes Resümee über unsere bisherige Arbeit. Ein Ziel bleibt nach wie vor: Weniger Öl, mehr regionale Besinnung auf lokale Wirtschaftskreisläufe. Es gab etliche interessierte Fragen aus dem Publikum, die erörtert wurden.

Die Anwesenden des „Vereins für ein besseres Müllkonzept“ signalisierten, daß sie bereit wären, in einem bestimmten Rahmen bei der WENDEINITIATIVE mitzuarbeiten, sozusagen als AG  MÜLL:  Z.B. Thema Müllvermeidung und Öffentlichkeitsarbeit. Ansonsten ist ihr eigenes Aufgabengebiet nach wie vor ja ziemlich umfangreich. Z.B. könnten neue Konzepte zur Abfallentsorgung, Kompostierung u.ä. erstellt werden, Herstellung von Diesel aus Biomüll usw. .

Sie erörterten kurz den Ausgang des Gerichtsverfahrens und die damit verbundenen Enttäuschungen, lassen sich aber nicht entmutigen.

Von der AG Ökologisches Gärtnern wurde über die sehr interessante und lehrreiche Exkursion mit Herrn Schelhorn zu den Streuobstwiesen bei Streufdorf. berichtet.

Es wurde auf die nächste Exkursion nach Rieth und Coburg am 10.Juli verwiesen, die sich mit den persönlichen Erfahrungen zweier Enthusiasten befassen, die seit Jahren mit Permakultur wirtschaften. Sicher auch eine hochinteressante Veranstaltung mit zahlreichen Lerneffekten.

Am 21.Juli voraussichtlich 14 Uhr 30 findet mit einem Mitarbeiter des Landesverwaltungsamtes eine Begehung der von der DEGES vorgenommenen Ausgleichspflanzung am Albrechtser Gänserasen statt.

Die vorgesehene Baumpflanzaktion wird auf Oktober verschoben. Da die für April vorgesehenen Bäumchen schon zu weit ausgetrieben waren, mußten sie schleunigst in die Erde, das wurde dankenswerter Weise von Forstarbeitern erledigt.

Die AG GELD berichtete, daß (im Protokoll der AG nachzulesen) eine Liste mit Kriterien zur Einführung von Regionalgeld erstellt wurde. Um Mitstreiter zu finden, wird Adolf Holland-Cunz am 17.6. einen entsprechenden Vortrag vor Existenzgründerinnen halten.

Aus der AG ENERGIE wurde über die Veranstaltung mit der SWSZ in der Vhs berichtet. Die AG möchte jetzt ihre Kräfte mit den Suhler GRÜNEN bündeln und sich dafür einsetzen, daß in der SWSZ eine „grüne Strom-Linie“ installiert wird. Dazu sollen konkrete Gespräche mit den beiden Bürgermeistern, Herrn Dr. Koch und den parlamentarischen Aufsichtsratsmitgliedern geführt werden. Frau Wurschi und Frau Holland-Cunz wollen ein Papier mit Fakten erstellen, jeder kann Vorschläge dazu machen.

Die nächste Zusammenkunft der AG findet am Dienstag, den 1.Juni, 19 Uhr im Bürgerhaus Z.-M. statt.

Dr. Gunkel wies zum Schluss darauf hin, daß am 20.Mai 20Uhr eine Veranstaltung im Suhler Oberrathaussaal stattfindet „Pro und contra Gentechnik“. Die PRO-Leute schicken 2 Koryphäen (Wissenschaftler). Es wäre  d r i n g e n d  nötig, daß Viele von uns dort erscheinen, sich vorher kundig machen, damit sie einigermaßen beschlagen mit diskutieren könne. KEINE ANGST vor großen Tieren!

Der konkrete nächste Termin für eine „Generalversammlung“ wird rechtzeitig bekannt gegeben.

E.H.-C.

Exkursion zur Streuobswiese „Schelhorn“

Die Exkursion zur Streuobswiese „Schelhorn“ am Samstag, den 17. April 2010 statt.
Der Treffpunkt für diese Exkursion am 17.04.2010 auf dem Parkplatz am Abzweig nach Neuendambach (rechts) hinter Gerhardtsgereuth (Strecke Schleusingen nach Hildburghausen).
Es wird einiges Interessante über seine Streuobstwiese, alte Apfelsorten und Baumschnitt (eines älteren Obstbaumes) zu erfahren sein.

Die Stadtwerke Suhl/Zella-Mehlis auf den Weg in eine ökologisch nachhaltige Zukunft?

BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN lädt in Kooperation mit der Volkshochschule Suhl zu einer weiteren Informationsveranstaltung am 30.03.2010 um 19.30 Uhr in die Volkshochschule Suhl ein.
Ort: VHS Suhl, Ziegenbergweg 1l (ehemalige Lauterschule)
Es wird dabei zum Beispiel darum gehen, wie die Stadtwerke in Zukunft verstärkt Strom und Wärme aus erneuerbaren Energien anbieten wollen und ob der Bürger auch ÖKO-Strom bei den Stadtwerke kaufen kann, wie sich dieser zusammensetzt bzw. wie und wo der ÖKO-Strom hergestellt wird?
Wichtige Ansprechpartner sind für diesen Abend den Geschäftsführer der SWSZ Dr. Reinhard Koch und der Sprecher für Energie, Bauen und Umwelt von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Roberto Kobelt, Weimar.